Predigt-Blog

Hier schreibt unser Pastor Martin Pusch …

2. Mose 32,7–14 – Gott verändert sich nicht – Gott bewegt sich

Bibeltext (BasisBibel)

7 Der Herr redete mit Mose auf dem Berg: »Geh, steig hinab! Denn dein Volk, das du aus Ägypten geführt hast, läuft ins Verderben. 8 Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen gewiesen habe. Sie haben sich ein goldenes Kalb gemacht und es angebetet. Sie haben ihm Opfer dargebracht und gerufen: ›Das sind deine Götter, Israel! Die haben dich aus Ägypten geführt.‹« 9 Weiter sagte der Herr: »Ich habe mir dieses Volk angesehen: Es ist ein halsstarriges Volk. 10 Jetzt lass mich! Denn ich bin zornig auf dieses Volk und will es vernichten. Aber dich werde ich zu einem großen Volk machen.« 11 Mose aber beschwichtigte den Herrn, seinen Gott: »Warum, Herr, lässt du dich vom Zorn hinreißen? Es ist doch dein Volk! Du hast es mit großer Kraft und starker Hand aus Ägypten geführt. 12 Warum sollen die Ägypter sagen: ›In böser Absicht hat er sie herausgeführt. Er wollte sie in den Bergen umbringen und vom Erdboden vernichten‹? Ändere doch deinen Beschluss, lass ab vom Zorn! Hab Mitleid und tu deinem Volk nichts Böses an! 13 Erinnere dich an deine Knechte: Abraham, Isaak und Israel. Denn ihnen hast du mit einem Eid zugesichert: Ich will euch so viele Nachkommen geben wie Sterne am Himmel sind. Ihnen will ich das ganze Land geben, das ich euch versprochen habe. Sie sollen es für immer besitzen.« 14 Da hatte der Herr Mitleid mit seinem Volk. Das Böse, das er ihm angedroht hatte, tat er nicht.

Predigt

Was ist hier passiert? Gott hat sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. Mit einer ganzen Serie von Wunderzeichen hat Gott den Herrscher von Ägypten davon überzeugt, das Volk Israel in die Freiheit zu entlassen. Die Einzelheiten dieser Geschichte würden heute den Rahmen sprengen, denn da gäbe es viel zu erzählen.

Wichtig ist, dass Gott Wunder gewirkt hat, um das Volk Israel zu befreien. Wichtig ist auch, dass Mose der Mittler zwischen Gott und dem Volk war. Das Volk war nun nicht mehr in der Gefangenschaft. Äußerlich gesehen war das Volk frei. Wir lernen aber auch eine andere Sache: Von seinem Denken her war das Volk immer noch in Ägypten gefangen. Mose sollte das Volk Israel in die Freiheit führen. Aber immer wieder kamen nostalgische Momente, wo diese befreiten Menschen sagten: Wie schön war es doch in Ägypten. Wir wollen zurück nach Ägypten.

Das ist eine Lektion, die wir aus der Geschichte Israels lernen können: Gott befreit uns. Aber es ist ein langer Weg bis dahin, dass auch unser Denken und unsere Werte frei werden, und auf Gott ausgerichtet sind. Es muss nicht immer vierzig Jahre dauern. Aber auch wenn Jesus Christus uns von der Sünde befreit hat, ist die Befreiung unserer Gedanken, Werte und Lebensziele ein Prozess, der Zeit und Einsatz braucht. Wir sind frei, aber wir müssen dieses neue Leben erst noch wie ein neues Gewand anziehen – ich erinnere zu diesen Punkt an den Kolosserbrief (Kolosser 3,9).

Gott hatte das Volk Israel aus der Gefangenschaft befreit. Nun wanderte das Volk durch die Wüste. In dieser Wüste kam das Volk an den Berg Gottes. Von diesem Berg aus gab Gott dem Volk sein Gesetz. Mose kletterte auf den Berg, und hörte Gott zu. Dann begab sich Mose wieder zurück ins Tal, um das Volk in Gottes Gesetz zu unterrichten. Mose nahm also die Rolle eines Mittlers ein. In dieser Hinsicht ist Mose ein Vorläufer von Jesus Christus. Später wird dies noch deutlicher werden.

In dem Text, den wir gerade gelesen haben, befindet sich Mose auf dem Berg, in Gottes Gegenwart. Das Volk Israel ist unten im Tal geblieben. Einige Tage zuvor hatte das Volk Gott auf dem Berg erscheinen sehen. Diese Erscheinung war so gewaltig, dass das Volk vor Gott die Flucht ergriff. So entstand die Situation, dass das Volk in der Entfernung stand, während Mose sich Gott nahte. Das Volk blieb unten, während Mose auf den Berg stieg. Dieser äußere Abstand von Gott, den das Volk hielt, gibt uns einen Hinweis auf die innere Einstellung der Menschen. Äußerlich gesehen waren sie frei. Innerlich waren sie noch nicht bereit, sich ganz auf Gott einzulassen. Wie schön war es doch in Ägypten.

Während Mose auf dem Berg mit Gott redete, gab es im Volk Menschen, die Zweifel säten. Sie sagten: Wir wissen nicht, ob Mose, unser Anführer, überhaupt noch lebt. Mose war in der Wolke verschwunden, welche Gottes Gegenwart auf dem Berggipfel anzeigte. Vierzig Tage blieb Mose dort. Natürlich konnte niemand mit Gewissheit sagen, wie es Mose ging. Alles hing von der Frage ab, was man Gott zutraute.

In der Abwesenheit von Mose waren Aaron und Hur die Ansprechpartner für das Volk (Exodus/2. Mose 24,14). Später ist allerdings nur von Aaron die Rede, der ja Moses älterer Bruder war. Vielleicht wollte Aaron den Zweifel beim Volk in eine neue Bahn lenken. Letztendlich wissen wir nicht, was in Aaron vorging. Jedenfalls forderte Aaron das Volk auf, Gold zu sammeln. Aus dem Gold machte Aaron ein goldenes Kalb. Das Volk zeigte auf dieses Kalb und sagte dazu: "Das sind deine Götter, Israel! Die haben dich aus dem Land Ägypten geführt." (Exodus/2. Mose 32,4).

Vor das Kalb baute Aaron noch einen Altar. Dann organisierte Aaron ein Fest für den nächsten Tag – ein Fest zu Ehren des goldenen Kalbs. Dass es Gott war, der das Volk tatsächlich aus Ägypten befreit hatte, spielte keine Rolle mehr. Die Wolke, welche Gottes Gegenwart anzeigte, war ja sogar noch auf dem Berg zu sehen. Doch das Volk dankte dem goldenen Kalb für seine Freiheit.

Unter diesen Umständen finde ich es sehr verständlich, dass Gott zornig wurde über das Volk. Gott zitierte den Satz, den das Volk über das goldene Kalb gesagt hatte: "Das sind deine Götter, Israel! Die haben dich aus Ägypten geführt." (Vers 8) Und Gott sagt, dass er das Volk vernichten will. Stattdessen will Gott die Geschichte Israels mit Mose fortsetzen.

Hier kommen wir zu einem der wichtigsten Momente im Alten Testament. Mose bittet vor Gott für das Volk Israel. Ich sagte ja bereits, dass Mose in seiner Rolle als Mittler ein Vorläufer von Jesus Christus ist. Hier können wir diese Rolle von Mose genauer studieren.

Erst einmal ist es bemerkenswert, dass Mose sich traut, Gott eine Antwort zu geben. Mose hat sich nicht nur ehrfürchtig Notizen gemacht, als Gott redete. Mose denkt mit. Mose hat seine eigene Meinung. Mose traut sich, zu sagen, wo er mit Gott nicht einverstanden ist. Diese Freiheit, mit Gott zu reden, kennen wir nicht nur von Mose. Abraham hat mit Gott diskutiert, als Gott die Städte Sodom und Gomorrha zerstören wollte. In den Psalmen finden wir Beter, die Gott Vorwürfe machen und von Gott Erklärungen verlangen. Auch im Buch Hiob finden wir diesen Gedanken, von Gott Rechenschaft verlangen zu wollen.

Und dann ist es bemerkenswert, wie Mose argumentiert. Mose nimmt nicht das Volk in Schutz. Mose verteidigt das Volk nicht. Alles, was Mose sagt, hat mit Gott zu tun. Mose erinnert Gott daran, dass Gott selbst sich dieses Volk ausgewählt hat. Mose erinnert Gott an seine Verheißungen. Mose macht Gott darauf aufmerksam, wie er, Gott, vor den anderen Völkern dastehen wird, wenn er das Volk Israel vernichtet.

Und dann kommt ein wirklich bemerkenswerter Satz:

Da hatte der Herr Mitleid mit seinem Volk. Das Böse, das er ihm angedroht hatte, tat er nicht. (Vers 14)

In der Luther-Bibel steht hier das Wort "gereuen": Da gereute den Herrn das Unheil, das er seinen Volk angedroht hatte. Ändert Gott seine Meinung? Wie passt eine solche Meinungsänderung in unsere Vorstellung von Gott?

Wenn Ihr das Alte Testament einigermaßen kennt, dann fällt Euch sicher ein Satz ein, der dort irgendwo steht: "Ich der Herr, wandle mich nicht." (Maleachi 3,6). Ja, ich bin der Herr, ich habe mich nicht geändert. Hier wird das Wort "שָׁנָה – schanah: sich verstellen; verschieden sein; sich verändern" verwendet. Dieses Wort kommt zwölf Mal im Alten Testament vor. Mal hat es den Sinn von "sich verstellen". So hat sich David einmal wahnsinnig gestellt (1. Samuel 21,14). Und die Frau von König Jerobeam hat sich verstellt, damit man nicht merkt, wer sie in Wirklichkeit ist (1. Könige 14,2). Es gibt auch die Bedeutung von "sich unterscheiden". Im Buch Ester ist von goldenen Bechern die Rede, welche alle unterschiedlich gestaltet waren, die sich also voneinander unterschieden (Ester 1,7). Und dann gibt es noch die Bedeutung von "etwas verändern". So kann eine Rechtssache verdreht und verändert werden (Sprüche 31,5). Es ist diese ganze Bedeutungsvielfalt, welche in dem Vers aus Maleachi 3 gemeint ist. Gott bleibt derselbe. Gott verstellt sich nicht. Gott wird auch seinen Worten nicht plötzlich einen anderen Sinn geben. All das sind Aussagen über Gott als Person. Gott ist offen und ehrlich. Gott trickst nicht. Bei Gott gibt es kein Kleingedrucktes, welches Dich am Ende im Regen stehen lässt.

Interessant ist, dass das Wort für das Kalenderjahr aus "sich verändern" gebildet wird: "שָׁנֶה – schaneh: das Jahr; oder jahrelang". Der Gedanke von "sich verändern" hat also auch mit Kreisläufen zu tun. Beim Jahr sind es die Jahreszeiten, welche für Veränderung sorgen. Gott unterliegt nicht diesem Wandel. Gott ist beständig. Gott wird nicht anders reden, als er es tatsächlich meint. Deshalb sagt Gott, dass er sich nicht verändert.

Als Gott zornig über das Volk Israel ist, da hat sich Gott auch nicht verstellt. Gott hat vor Mose kein Theater gespielt. Gott war ehrlich zornig über die Sünde seines Volkes. Gott wurde ja vom Volk zurückgewiesen, und durch ein hastig hergestelltes goldenes Kalb ersetzt. Aber dann hat Gott genauso ehrlich und unverstellt zugehört, als Mose geredet hat. Gott hat das, was Mose vorgebracht hat, angenommen. Damit hat sich Gott bewegt. Gott folgt dem, was Mose sagt. Gott geht mit Mose mit.

Nun ist die Geschichte nicht ganz so einfach, wie sie hier aussehen mag. Mose hat zwar Gott davon abgebracht, das Volk Israel im Zorn zu vernichten. Aber dann steigt Mose vom Berg herab. Als er unten ankommt, sieht er das goldene Kalb und das Volk, welches um dieses Kalb herumtanzt. Vor Zorn zerschmettert Mose die beiden Steintafeln mit Gottes Gesetz. Und auch in der weiteren Geschichte wird Sünde nicht einfach ganz entspannt akzeptiert. Aber wir lernen Gott besser kennen. Mose fasst es später so zusammen:

6 … »Herr, Herr, Gott! Du bist reich an Barmherzigkeit und Gnade, unendlich geduldig und voller Güte und Treue. 7 Tausende lässt du deine Güte erfahren. Du vergibst Schuld, Vergehen und Sünde. Ungestraft aber lässt du nichts. Du verfolgst die Schuld der Väter an Kindern und Enkeln bis in die dritte und vierte Generation.« (Exodus/2. Mose 34,6–7)

Das, was Mose hier sagt, wird übrigens im weiteren Verlauf des Alten Testaments noch genauer ausgeführt. Denn Gott stellt klar, dass er Kinder nicht für die Schuld ihrer Eltern strafen wird (Deuteronomium/5. Mose 24,16; Hesekiel 18,1–32). Wir treffen hier auf ein komplexes Thema, denn die Situation der Eltern beeinflusst ja trotzdem die Startbedingungen ihrer Kinder. Heute beschränken wir uns auf den gelesenen Bericht und auf die Tatsache, dass Gott auf Moses Argumente eingeht.

Warum tun wir uns oft so schwer mit der Vorstellung, dass Gott sich bewegen könnte? Vielleicht hat dies mit unseren kulturellen Wurzeln zu tun. Bereits mehr als dreihundert Jahre vor Christus lebte ein griechischer Philosoph mit Namen Aristoteles. Aristoteles beobachtete die ewige Kreisbewegung der Fixsterne. Deshalb dachte Aristoteles sich Gott als den unbewegten Beweger, der Dinge in unserem Universum bewegt, der aber selbst unverändert bleibt. Mit Gott meinte Aristoteles nicht den in der Bibel bezeugten Gott. Mit Gott meinte Aristoteles eher ein göttliches Prinzip, über das man nachdenken und philosophieren kann.

Im Mittelalter waren die Gedanken von Aristoteles sehr populär. Es war zu dieser Zeit, dass Thomas von Aquin den Unbewegten Beweger aus der Physik des Aristoteles mit dem Gott der Bibel gleichsetzte. Damit wurden also Gedanken aus der Philosophie auf den Gott der Bibel übertragen. Es wurden Lehrsätze über Gott aufgestellt – und durch diese Brille wurden dann die biblischen Berichte gelesen. Demnach ist Gott unwandelbar. Demnach verändert sich Gott nicht. Wenn wir heute die Bibel aufschlagen, lesen wir sie immer noch durch unsere kulturelle Brille. Einen offenen Zugang zur Bibel müssen wir uns erst erarbeiten.

Die Bibel besteht überhaupt nicht aus Lehr- und Glaubenssätzen. Die Bibel besteht fast zur Hälfte aus Geschichten, und dann noch zu einem großen Teil aus Poesie. Wir lernen Gott kennen, indem wir viele Geschichten, Gedichte, Gebete, Lieder und Briefe aus unterschiedlichen Zeiten lesen. Menschen haben Dinge mit Gott erlebt, Manche Menschen haben auch versucht, gegen Gott zu handeln. Wenn wir dieses über viele Jahrhunderte gesammelte Material wieder und wieder lesen, fallen uns Zusammenhänge und Muster auf. Wir entdecken ein wahres Mosaik von Erfahrungen mit Gott und von Aussagen über Gott. Wir stoßen auf immer neue Ebenen, die wir studieren können. So lernen wir Gott kennen. Wir folgen Gottes Spuren im Leben von Menschen.

In der Philosophie ist die Vorstellung von Wahrheit etwas Statisches. Gott ist unwandelbar. Gott verändert sich nicht. Hingegen ist in der biblischen Vorstellung die Wahrheit etwas, das getan wird. Wahrheit werden nicht behauptet. Wahrheit wird geschaffen. Wenn Gott nichts geschaffen hätte, dann würden wir heute nichts von Gott wissen. Gott schafft und erhält diese Welt. Weil Gott uns geschaffen hat, sind wir überhaupt in der Lage, über ihn nachzudenken. Gottes Taten sind Wahrheit, weil wir Gottes Taten wahrnehmen. Wir leben in Gottes Taten. Wir stehen auf dem Boden, den Gott geschaffen hat. Wir leben und atmen, weil Gott uns die Luft dazu gegeben hat. Wahrheit sind also weniger die nackten Fakten, sondern wir leben in der Wahrheit, wenn unsere Taten mit den Taten Gottes übereinstimmen.

In der Geschichte vom goldenen Kalb stellt sich das Volk Israel gegen Gott. Indem sich das Volk gegen Gott stellt, verlässt es die Wahrheit. Damit unterliegt das Volk dem Gericht Gottes, denn die Handlungen des Volkes stimmen nicht mehr mit Gottes Taten überein.

Nun ist das Volk aber nicht allein. Mose wendet sich an Gott. Mose tritt für das Volk ein. Mose erinnert Gott daran, dass Gott selbst sich dieses Volk ausgewählt hat. Mose erinnert Gott an seine Verheißungen. Mose argumentiert nicht mit einer Wahrheit, die in Fakten gegründet ist. Mose argumentiert mit Gottes Wahrheit, denn Mose bezieht sich auf die Taten Gottes. Wahrheit ist etwas, das Gott tut und das deshalb Bestand hat. Mose wünscht sich von Gott, dass Gott den Weg, den er eingeschlagen hat, auch weiter geht. Die Sache mit dem goldenen Kalb soll den Weg Gottes mit dem Volk Israel nicht beenden. Vor dem Hintergrund, dass all die anderen Völker genau darauf achten, wie Gott mit seinem Volk umgeht, bleibt Gott auf seinem Weg der Wahrheit, wenn er sein Volk nicht vernichtet. Deshalb verändert sich Gott nicht, wenn er von seinem Zorn absieht. Sondern gerade weil Gott seinen Zorn loslassen kann, bleibt Gott sich selbst treu.

Wir erkennen Mose als Vorläufer von Jesus Christus, an der Art, wie Mose für das Volk Israel vor Gott eintritt. Mose bezieht sich in seinem Gebet auf Gottes Gerechtigkeit. So ist es auch bei Jesus Christus: Er kommt in diese Welt, und er lebt als Mensch unter Menschen. Jesus hat Jüngerinnen und Jünger um sich gesammelt, und hat für sie gebetet. Für die Menschheit stirbt Jesus am Kreuz. Und dann wird Jesus wieder auferweckt zum Leben, zum ewigen Leben. Wenn wir heute an Jesus Christus glauben, dann verbinden wir unser Leben mit den Taten Gottes. Wir wollen in Gottes Wahrheit wandeln. Und Jesus Christus gibt uns seinen Geist, der in uns in alle Wahrheit leitet.

Die Wahrheit wird damit nicht als statischer Begriff verstanden. Wahrheit wird getan. Wir lernen Gott kennen als einen Gott, der auf dem Weg mitgeht. Ja, später straft Gott das Volk Israel. Weil eine ganze Generation Gott nicht glauben kann, wird die Zeit der Wüstenwanderung auf vierzig Jahre ausgedehnt. Doch auch in dieser Zeit der Strafe bleibt Gott bei seinem Volk. Gott geht die ganze Zeit mit.

Als Mose für das Volk Israel eingetreten ist, da hat Mose mit Gottes Wahrheit argumentiert. Mose hat sich auf Gottes Taten bezogen. Wenn wir heute an Jesus Christus glauben, dann beziehen wir uns damit auch auf Gottes Taten. Gott hat seinen Sohn in diese Welt gesandt. Gott hat Jesus Christus von den Toten auferweckt. Gott hat Christus erhöht. Christus hat Gottes Geist ausgegossen über alles Fleisch (Apostelgeschichte 2,17). Das ist die Gute Nachricht:

Jeder, der dann den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden!‹ (Apostelgeschichte 2,21)

Gott bewegt sich, und kommt in diese Welt. Wir beziehen uns auf die Taten Gottes, und auf seine Liebe. Gott bleibt sich treu. Darin liegt unsere Rettung.


Martin Pusch – Predigt gehalten am 22. März 2026.