Bund Evangelisch-Freikichlicher Gemeinden in Deutschland K.d.ö.R.  
 

 

 
 
 
BUND AKTUELL Nr. 10 | 5. Oktober 2017  

Liebe Leserin, lieber Leser,


als ich am Wahlsonntag mit meiner Frau im Wahllokal in Berlin-Lichterfelde in einer langen Reihe von Menschen stand, überkam mich ein sonderbares Gefühl. Irgendwie war es ein fast heiliger Moment. Das ist Demokratie, habe ich gedacht. Was für ein Glück, dass es das gibt. Viele unterschiedliche Menschen gehen an einen Ort und nehmen Verantwortung wahr. Sie machen ihr Kreuz an der Stelle, für die sie sich entschieden haben. Kein Zwang, kein Muss, kein Befehl. Alles geschieht ganz freiwillig. Wir gestalten alle mit und handeln im Interesse aller. Ja, ich weiß, dass meine Stimme nur eine von rund 61 Millionen Wahlberechtigter ist, aber die zählt eben auch und es ist mein Beitrag zur Demokratie, nicht der einzige, aber ein entscheidender.

Vor ein paar Tagen kommt Hassan auf mich zu. Er ist ein Flüchtling aus Afghanistan, ist Christ geworden und gehört seit einiger Zeit zu unserer Gemeinde. Mittlerweile hat er eine Aufenthaltserlaubnis und spricht ganz gut deutsch. Er arbeitet in seinem Handwerk und engagiert sich in der Gemeinde. Sehr wach hat er die Wahl beobachtet und ist begeistert über die Vielfalt und die vielen Möglichkeiten, sich zu äußern. Das kannte er bisher so nicht. Über Jahre hat er in Afghanistan im Gefängnis gesessen, weil er sich frei geäußert hat. Selber wählen durfte er diesmal noch nicht. Das wird wohl noch etwas dauern. Aber Anteilnehmen konnte er schon.

Natürlich hat er auch die unterschiedlichen politischen Positionen kennengelernt, aber er ist fest davon überzeugt, in Deutschland einen Ort gefunden zu haben, wo er frei leben und sich äußern kann. „Wenn wir einig sind“, sagt er, „dann sind wir stark.“ Umso mehr irritiert ihn allerdings, dass es neben den unterschiedlichen politischen Parteien und deren sich teilweise gegenseitig ausschließenden Programmen, auch viele konfessionelle Unterschiede unter uns Christen gibt. „Wir sind doch alle eins in Christus. Wieso gibt es bei uns Christen diese Unterschiede wie bei den Parteien?“

Hassans Worte stimmen mich nachdenklich. Recht hat er mit seiner Beobachtung. Wir reden weiter und sind überzeugt, dass Vielfalt wichtig ist, weil wir Menschen unterschiedlich sind. Trotzdem bleibt dieser Anspruch, sich in der Vielfalt immer wieder einigen zu müssen. Wichtig ist, worauf. In der Politik mag es am Ende ein Koalitionsvertrag sein, der trotz parteipolitischer Gräben zustande gekommen ist. Zum Wohle des Volkes, hoffentlich.

Wir Christen haben es eigentlich einfacher. Alle, gleich welcher Konfession, sind wir auf Christus getauft und gehören zu ihm. Unsere Einheit beschreibt kein Koalitionsvertrag, sondern unser Glaube an den auferstandenen Herrn. Möge uns dieses Wissen immer wieder dazu führen, aufeinander zuzugehen und beieinander zu bleiben, wenn die Unterschiede wieder einmal drücken. Es ist unser Auftrag an der Welt: Zeugen für die Einheit in Jesus Christus zu sein. Danke, Hassan!  

Michael Noss
Präsident

 

 

„INSPIRIERT LEBEN … dass Christus Gestalt gewinnt“

Jahresthema 2018/19 dreht sich um die Mitte des christlichen Glaubens

 
 

Präsident Michael Noss (r.) und Generalsekretär Christoph Stiba (l.) beleuchten im Interview das Jahresthema für 2018 und 2019. Sie gehen auf die Frage ein, wie das Hören auf Gottes lebendige Stimme in einer lauten, schnelllebigen Zeit gelingen kann und welche Rolle Gemeinden und Bund dabei spielen. Sie berichten über den Schatz der vielfältigen Frömmigkeit im Bund, über fremde Ausdrucksformen geistlichen Lebens und die gesellschaftliche Dimension der Gottesbegegnung. Und sie verraten, was sie sich für den BEFG am meisten wünschen.

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Für den Kindesschutz

BEFG richtet Anlaufstelle für Betroffene sexueller Gewalt ein

 
 

Seit dem 1. Oktober gibt es im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden eine Anlaufstelle für Betroffene sexueller Gewalt. „Wir wollen damit ein deutliches Signal setzen, dass sexuelle Gewalt im Kontext unserer Gemeinden und der überregionalen Angebote für Kinder und Jugendliche nicht toleriert wird“, erläutert BEFG-Generalsekretär Christoph Stiba. Gemeinsam mit dem Gemeindejugendwerk habe man sich bereits seit 2009 in der Präventionsarbeit engagiert, jetzt sei es „ein konsequenter Folgeschritt, dass wir mit einer Anlaufstelle die Möglichkeit eröffnen, dass Betroffene sexueller Gewalt sich äußern und wir reagieren können.“

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Mit wenig Mitteln viel Gutes bewirken

Reise zum Abschluss der deutsch-haitianischen Kooperation

 
 

Nach dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar 2010, das in Haiti schwere Verwüstungen anrichtete, vereinbarte der BEFG eine Entwicklungszusammenarbeit mit der Convention Baptiste d’Haïti, einem der Baptistenbünde des Inselstaats. Das gemeinsame Ziel war es, von 2011 bis 2017 mit sozial-diakonischen Projekten nachhaltig den Wiederaufbau zu unterstützen. Ebenfalls beschlossen wurde damals eine Kooperation zwischen den Ausbildungsstätten beider Bünde, der Christlichen Universität von Nordhaiti (UCNH) und der Theologischen Hochschule Elstal. Bei ihrer Reise im September konnten Dr. Michael Kißkalt und Stefanie Desamours sich davon überzeugen, was in den sechs Jahren gewachsen ist.

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Hingehen, wo Gottes Herz schlägt

AmPuls-Konferenz: 19. bis 21. Januar 2018 in Leipzig

 

Foto: piqs.de | Andy2k5

 

Die AmPuls-Konferenz verspricht einen inspirierenden Start in das neue Jahr. Sie möchte Lust machen auf Gottes Mission in der Welt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet ein Wochenende mit knackigen Impulsen, vertiefenden Seminaren und viel Zeit zur Begegnung mit Gott und anderen Menschen. Es geht darum, die Vielfalt der Mission zu entdecken und zu feiern, das Herz Gottes zu spüren, am Puls der Zeit zu sein und Gemeinde neu zu denken. Hauptreferentin Dr. Sandra Bils von Kirche² in Hannover träumt „von christlichen Gemeinschaften, in denen sich Innovation und Tradition verbinden und Glaube auf kreative und alltagsrelevante Weise gelebt wird.“ Dazu will die Konferenz ermutigen.

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MLI in Leipzig mit 250 Teilnehmenden

„Mitarbeiten. Leiten. Inspirieren“ in der Arbeit mit Heranwachsenden

 
 

250 Menschen kamen auf Einladung des Gemeindejugendwerks (GJW) Ende September nach Leipzig zu MLI, dem Event für Ehren- und Hauptamtliche in der Gemeindearbeit mit Kindern und Jugendlichen. Wie sie „Mitarbeiten. Leiten. Inspirieren“ können, darum ging es in über 30 Seminaren. Wie startet man eine Junge-Erwachsenen-Arbeit? Darf man Abendmahl mit Kindern feiern? Und wie geht man damit um, wenn Teilnehmende einen auf die Palme bringen? Durch Impulse zu diesen und vielen anderen Themen ließen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer herausfordern.

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25 Jahre Ordination von Frauen im BEFG

Ein Statement des Vertrauensrates

 
 

Seit 25 Jahren werden Frauen im BEFG als Pastorinnen ordiniert. Es gab zwar bereits vorher im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der DDR einzelne Pastorinnen. Ihr Status war aber nicht offiziell beschlossen. 1992 wurde die Ordination nun in gleicher Weise für Frauen eingeführt. Von den aktuell ungefähr 660 aktiven Pastoren und Pastorinnen sind circa 15 Prozent weiblich. Der Vertrauensrat, die berufsständische Vertretung der Pastorinnen und Pastoren des BEFG, hat auf seiner letzten Sitzung im September an dieses Jubiläum erinnert.

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Immanuel Diakonie baut Pflegeeinrichtung in Elstal

„Generationenübergreifendes Leben und Arbeiten“ auf dem BEFG-Campus

 

Foto: © Milkoweitarchitekten Cohrs Plaasch GbR

 

Die Immanuel Diakonie erweitert an ihrem Standort in Elstal ihr Angebot für Senioren um eine Einrichtung der vollstationären Pflege und der Tagespflege. Die Gemeindevertretung Wustermark genehmigte auf ihrer jüngsten Sitzung den Bebauungsplan für den Bau einer Pflegeeinrichtung in unmittelbarer Nähe zum bereits vorhandenen Servicewohnen und dem Bildungszentrum Elstal des BEFG. Generalsekretär Christoph Stiba zeigt sich erfreut über die aktuelle Entwicklung: „Von Anfang an war es uns als Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden ein Anliegen, auf dem Campus unseres Bildungszentrums generationenübergreifendes Leben und Arbeiten zu ermöglichen. Dieses Konzept kam bis jetzt immer dann an seine Grenzen, wenn die hier lebenden alten Menschen auf intensivere Unterstützung angewiesen waren. Ich freue mich, dass diese Unterstützung nun in Zukunft angeboten wird.“

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Resolution für Religionsfreiheit

Ratstagung der Europäischen Baptistischen Föderation in Armenien

 

Foto: Toma Magda

 

Die Baptisten in Europa sind in Sorge, dass Regierungen im Kampf gegen den Terror die Religionsfreiheit einschränken. In einer Resolution, die von den 150 Delegierten und Gästen auf der Ratstagung der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) vom 20. bis 23. September in der armenischen Hauptstadt Eriwan verabschiedet wurde, heißt es, man befürchte, „dass die Anti-Terror-Gesetzgebung unbeabsichtigt negative Folgen für religiöse Minderheiten haben kann.“ Auf dem Treffen wurde eine neue Leitung der EBF gewählt. An der Spitze steht erstmals eine Frau: die bisherige stellvertretende Vorsitzende, britische Pastorin und Gemeindegründerin Jennifer Entrican (M.). Sie wurde satzungsgemäß zur neuen Präsidentin gewählt.

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Aktuelles aus den Landesverbänden

Verlegung Martin Luther King-Gedenkplatte in Hamm

 
 

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Hamm, „Kirche am Museumsquartier“, hat in Kooperation mit dem Verein zur Förderung des Martin-Luther-Viertels e.V. vor ihrem Gemeindehaus eine Bronze-Bodenplatte installiert, die an den Baptistenpastor und Friedensnobelpreisträger Dr. Martin Luther King jr. erinnert. „Der Einsatz für Menschenrechte gehört zu unseren Grundüberzeugungen als Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde. Vorbild ist dabei Dr. Martin Luther King“, erläutert Gemeindepastor Peter Arpad. Mit der Gedenkplatte wolle man in der südlichen Innenstadt Hamms „Impulse geben für ein friedliches und achtungsvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen.“ Ein Zitat aus Martin Luther Kings Friedensnobelpreisrede, das wesentlicher Teil der Gedenkplatteninschrift ist, sei daher bewusst zweisprachig auf Englisch und Deutsch abgebildet.

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50 Jahre TERRA NOVA Mondai

„Neues Land“: Name und Programm

 
 

Vier junge Deutsche begannen 1967 „als Brasilienmannschaft der Ruferarbeit“ im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden die diakonische Arbeit, die heute unter dem Namen TERRA NOVA Mondai bekannt ist. In den folgenden Jahrzehnten betraten engagierte brasilianische und deutsche Christen oft neues Land („Terra Nova“), indem sie neue Arbeitszweige gründeten. Im September feierte der deutsche Unterstützerkreis, der zum BEFG gehört, das 50-jährige Bestehen des Werks, das heute ein staatlich anerkanntes Kinderheim, eine ökologische Milchwirtschaft sowie einen ökologischen Kräutergarten betreibt.

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EBM INTERNATIONAL: Geschichten vom Missionsfeld

Lebenswert, nachhaltig und gesund – Unterstützung für Bauern in Indien

 
 

Viele indische Landwirte nehmen sich jedes Jahr das Leben, weil die Darlehen für Saatgut und Düngemittel sie finanziell vollkommen überfordern. Der EBM-Partner „CBM Bethel Hospital“ hat deshalb ein Projekt ins Leben gerufen, das vielen Menschen nachhaltig aus der Schuldenfalle hilft, Hungersnot bekämpft und langfristig für eine gesunde Ernährung und ein festes Einkommen sorgt. So lernen die Bauern, wie sie organischen Dünger einsetzen, neue Produkte anbauen und ihre Ernte erfolgreich verkaufen können. Und ganz nebenbei haben die Schulungen dazu geführt, dass viele nun zusätzlich auch Lebensmittel für den Eigenbedarf anbauen.

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PROCHRIST LIVE: Ulrich Parzany zu Gast in Waldkraiburg

Anmeldefrist für Veranstaltung mit Rednern vor Ort endet am 31. Oktober

 
 

PROCHRIST LIVE findet vom 11. bis 17. März 2018 statt. Neu ist die Möglichkeit, die Evangelisationsveranstaltung als Live-Variante mit Rednern vor Ort durchzuführen. Die EFG Waldkraiburg zum Beispiel hat gemeinsam mit zwei anderen Kirchen den bekannten Theologen Ulrich Parzany (l.) eingeladen. Gemeindepastor Benjamin Klammt (r.) erwartet die Evangelisationswoche mit Spannung: „Im Vertrauen darauf, dass Gott etwas Großes in unserer Region vorhat, haben wir den größten Saal der Stadt mit etwa 600 Plätzen angemietet. Mit Ulrich Parzany konnten wir einen der bekanntesten deutschen Prediger für unsere PROCHRIST LIVE-Veranstaltung gewinnen. Ihn in Waldkraiburg zu haben, ist für uns als Gemeinde etwas ganz Besonderes. Für diese einmalige Gelegenheit sind wir unserem Gott sehr dankbar!“ Die Anmeldung für die Live-Veranstaltung mit Rednern vor Ort ist nur noch bis zum 31. Oktober möglich!

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SPRING wird 20 Jahre alt

GemeindeFerienFestival feiert Geburtstag

 
 

Das beliebte GemeindeFerienFestival SPRING der Evangelischen Allianz in Deutschland feiert nächstes Jahr seinen 20. Geburtstag. Als SPRING 1998 zum ersten Mal in Medebach im Hochsauerland stattfand, nahmen bereits über 4.000 Menschen daran teil. „Bei SPRING ist es möglich, gemeinsam im Gebet oder Lobpreis vor Gott zu treten, um Bibelverständnis zu ringen, gemeinsam zu essen, Spaß zu haben und nachts noch Konzerte, Comedy-Shows und Theater zu besuchen“, heißt es im aktuellen Newsletter des Veranstalters: „Und selbst die Kinder, egal wie alt sie sind, haben Spaß und Tiefgang. Eine unglaubliche Zeit!“ Vom 2. bis 7. April 2018 findet SPRING in Willingen im Sauerland statt. Der Frühbucherrabatt gilt noch bis zum 31. Oktober.

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Impressum

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Vernetzt im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) in Deutschland K.d.ö.R.

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Jahresprogramm 2018 erschienen

Das Jahresprogramm wird jährlich herausgegeben und enthält viele Bildungsangebote aus den unterschiedlichen Bereichen des BEFG..

19.10.2017

Gegen das Verschweigen

Seit dem 1. Oktober gibt es im BEFG eine Anlaufstelle für Betroffene sexueller Gewalt.

18.10.2017

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